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Jugendschutzaufkleber auf Digipaks – schönen Dank

Verfasst am 7. März 2011, früh abends.

Zu meinem musikalischen Hassobjekt nach transparenten Jewelcases avancieren derzeit Digibooks und Digipaks mit Bonus-DVDs.

Klar, hübsch sind sie – zumindest, solang sie im Ladenregal stehen. Nach wenigen Tagen daheim und im Auto werden die Pappecken wabbelig, noch dazu passen sie nur allzu häufig nicht ins CD-Regal. Zum Kotzen. Doch was tut der Fan nicht alles, um an die Bonus-Songs zu kommen, die ihm sonst verwehrt blieben?

Damit nicht genug: Seit der vergangenen Umstellung der FSK-Logos prangen riesenhafte Aufkleber auf allen Filmträgern und CDs mit beiliegender Bonus-DVD. Bei regulären Auflagen kein Problem: DVDs werden mittlerweile meist mit Wendecovers geliefert und von Jewelcases lassen sich Aufkleber mit etwas Geduld abpulen oder man tauscht gleich den ganzen Deckel aus. Bei limitierten Auflagen dagegen werden die verdammten Biester gerne direkt auf die bedruckte Pappe geklatscht. Schönen Dank auch.

[Foto] FSK-Aufkleber auf Digipaks

Unkaputtbar: FSK-Aufkleber auf Digipak und -book

Was tun? Auf limitierte Auflagen scheißen? Gänzlich auf CD-Käufe scheißen? Ich sehe da eigentlich die Plattenfirmen in der Pflicht, für Abhilfe zu sorgen. Jedenfalls bin ich naiv genug, um anzunehmen, dass zumindest Metal-Labels noch genügend Musiksammler beschäftigen, die dieser Stuss genau so nervt, wie den zahlenden Kunden.

Anlass für diesen kleinen Rant ist übrigens „The Clans are Still Marching” von Grave Digger und „Vol(l)ume 14“ von Tankard. Warum die bierselige Bonus-DVD der Thrash-Truppe mit einem Auftritt beim Headbanger’s Open Air ab sechs Jahren freigegeben ist, die neue DVD der Grabschaufler aber erst ab zwölf, konnte ich leider noch nicht herausfinden. Aber wer weiß, was die Jungs so unter ihren Schottenröcken trugen.

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Heute ist Drehtag für „Life in a Day“

Verfasst am 24. Juli 2010, früh abends.

“Heute beginnt ‘Das Leben in einem Tag’, der Tag, auf den Du gewartet hast”, ist sich Regisseur Kevin Macdonald sicher. Wie angekündigt, sollen Menschen auf der ganzen Welt am heutigen 24. Juli Ausschnitte aus ihrem Leben festhalten und über das Internet einreichen … Macdonald als Regisseur und Ridley Scott als Produzent wollen daraus dann einen Film erstellen, der das Leben auf der Erde am 24. Juli dokumentiert …

(Quelle: heise.de; Hervorhebung von mir.)

Menschen auf der ganzen Welt? Wow!

… Du bist nicht zur Einsendung von Videos als Beitrag für den Film berechtigt, wenn du in Kuba, dem Iran, Nordkorea, dem Sudan, Myanmar/Burma, Syrien oder einem anderen von den USA sanktionierten Land lebst, …

(Quelle: Offizielle Teilnahmebedingungen)

Ach so. Wow.

(Gefunden in einem Kommentar bei Heise.de)

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Aus dem Leben eines Webzine-Schreibers

Verfasst am 7. Juni 2010, früh abends.

Schreiben für ein Webzine – wie ist das eigentlich so? Was muss man tun, um sich gratis Konzerte anzusehen, backstage mit Bands zu plaudern und stapelweise Promo-CDs abzustauben?

Viele Musikfans scheinen sich das alles sehr paradiesisch vorzustellen. Ich schreibe seit einigen Jahren mehr oder weniger regelmäßig für ein kleines Metal-Webzine (anfangs mehr, inzwischen weniger). Deshalb möchte ich hier ein wenig aus dem Nähkästchen plaudern, auch wenn ich seit Beginn des Studiums meine „redaktionellen Tätigkeiten“ leider auf ein Minimum reduzieren musste.

Zunächst mal: Die Arbeit eines Online-Redakteurs ist grundsätzlich nicht so blumig, wie man es sich vorstellen mag – das sollte der Begriff „Arbeit“ bereits implizieren. Nicht nur, dass man viel vorm Rechner sitzt und schreibt; man kümmert sich nicht nur um seine Lieblingsbsands, sondern muss sich verblüffend häufig auch mit grässlicher Musik auseinandersetzen. Klar, ab und an hat man die Chance, das neue Werk seiner Lieblings-Kapelle noch vor Veröffentlichung unter die Lupe zu nehmen; doch man kann sich ausmalen, wie schnell heißbegehrte Alben innerhalb der Redaktion verteilt sind. Was lange liegen bleibt ist in der Regel Schund1 oder eine Reihe Erstlingswerke unbekannter Bands. In der letzten Kategorie variiert die Qualität stark zwischen lahm und großartig. Wie es so im Leben ist: Wahre Perlen gibt es selten und so oder so muss jede Promo bearbeitet werden.

Allein die Höflichkeit gegenüber des Künstlers (oder zumindest der Promotion-Agentur) gebietet, dass man sich auch mit dem schlechtesten Album möglichst intensiv auseinandersetzt, bevor man einen Verriss niedertippt. Zugegeben, die Ohren haben mir bei meiner Tätigkeit noch nie geblutet, resigniert die Hände über dem Kopf zusammenschlagen musste ich aber schon das eine oder andere mal.

Dazu kommt: Die Musikindustrie ist fleißig dabei, im 21. Jahrhundert anzukommen. Bald wird sie es geschafft haben und die ersten Effekte dieses Prozesses bekommt man bereits zu spüren: Seit vielleicht zwei Jahren werden praktisch keine CDs mehr an Webzines-Geschickt.

Das ist ist nun sicher verallgemeinernd, doch wenn ich mir unsere interne Rezensions-Liste ansehe, führt die klassische Promo-CD nur noch ein Nieschendasein; sie wird eher von finanzkräftigen Agenturen ausgegeben oder von jungen Bands, die die Promotion ihrer Musik selbst in die Hand nehmen.
Stattdessen richten sich die meisten Agenturen spezielle Download-Portale ein, aus denen DJs, Journalisten oder Radiosender die benötigte Musik beziehen können.

In der Regel sind dies MP3-Dateien, die durch sog. Wasserzeichen eindeutig dem jeweiligen Bearbeiter zugeordnet werden können, sobald sie etwa in einer Online-Tauschbörse auftauchen. Das ist für mich kein großes Problem, da ich meine Arbeit ohnehin am Computer verrichte und meine Musik fast ausschließlich über den Rechner höre. Außerdem achten Musik-Fans geistiges Eigentum und sinvolle Spielregeln des Musikgeschäfts.

Doch wie sieht die (Achtung, Fachbegriff) „digitale Bemusterung“ in der Praxis aus? Jede Agentur richtet auf ihren Servern ein eigenes Portal ein, für das entweder das Webzine oder jeder einzelne Redakteur einen Zugang beantragen muss. Daraus ergibt sich für das besagte kleine Magazin immerhin eine geringe zweistellige Zahl an Zugangs-Konten.

Hat man erstmal Zugriff zum Portal, kann man anfangen, die benötigten Alben samt Zusatzmaterial (Promo-Fotos, Informations-Blätter, etc.) herunterzuladen. Dies geschieht meist mit gemächlichen Datenübertragungsraten, dafür aber relativ zuverlässig. Wenn man Glück hat, sind die ID3-Tags sogar bereits gesetzt (u.U. sogar vollständig und korrekt), sodass man direkt in der Wiedergabe-Software oder auf dem MP3-Player erkennt, welches Lied gerade läuft.

Häufig sind alle relevanten Daten in einem Zip-Archiv gebündelt, sodass sich der Aufwand auf einen Download beschränkt. Wenn man noch mehr Glück hat, kann man fehlgeschlagene Downloads2 sogar beliebig oft neustarten. Gerade wenn es aber nur ein Zugangs-Konto für ein Magazin gibt, wird die Zahl der möglichen Downloads eines Songs oder Albums meist auf zwei oder drei begrenzt.

So weit zu den Hausaufgaben des Schreiberlings. Kommen wir jetzt zu den Gratis-Konzerten, die die zahlende Besucherschar gebührend feiert, man selbst aber mit möglichst klarem Kopf kritisch beäugen muss. Nicht vergessen: Man ist nicht in erster Linie als Fanboy vor Ort, sondern als kritischer Beobachter, stellvertretend für daheimgebliebene Fans. Ganz bierernst muss man seine Mission live vor Ort sicher nicht nehmen (soll ja auch Spaß machen), doch man hat eine gewisse Verantwortung und steht letztlich stellvertretend für das gesamte Webzine da.

Sicher, das Schreiben von CD-Kritiken, Interviews und Konzertberichten macht natürlich trotzdem viel Spaß – sonst würde ich mir das Ganze sicherlich nicht antun, schließlich geht es hier um Hobby, nicht um Beruf(-ung). Es geht mir in diesem kleinen Aufsatz nur darum, den „passiven“ Musik-Fans ganz oberflächlich ein bisschen Klarheit darüber zu vermitteln, dass es keinen großen Grund für Neid bezüglich der im ersten Absatz genannten Privilegien gibt. Wie gesagt: Selbst das Gros der Online-Redateure genießt sie nicht oder nur eingeschränkt.

Apropos genießen: Musik ist etwas viel netteres, wenn man sie einfach dann hört, wenn man Bock drauf hat und nicht, weil der Review-Zeitplan es so vorsieht und die Promo-Agentur auf die Rezension wartet. So verkehrt ist es gar nicht, völlig zwanglos und als „normaler Fan“ Musik zu genießen.

1 Ich weiß, ich weiß: Auch in dem uninteressantesten Album mit dem lieblosesten Cover, den peinlichsten Texten und den bereits millionenfach gehörten Gitarrenriffs steckt häufig viel Arbeit und manchmal sogar Herzblut. Sei’s drum, man muss das Kind beim Namen nennen.

2 Sind Leser hier, die Murphy’s Law im Zusammenhang mit der 24-stündlichen Zwangstrennung bei DSL-Verbindungen kennen?

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Karlheinz Deschner über Missbrauchsfälle

Verfasst am 24. März 2010, spät abends.

Gerade bei Aufklärung 2.0 gelesen: Die Deutsche Presse-Agentur (dpa) führte ein Interview mit dem Kirchenkritiker Karlheinz Deschner anlässlich des derzeit tobenden kirchlichen Missbrauchsskandals, veröffentlichte es letztlich jedoch nicht – augenscheinlich wegen dessen schonungslosen Antworten.

Der Humanistische Pressedienst (hdp) sprang nun ein und publizierte das Interview. Es ist kurz und knackig, daher auch dann noch einen Blick wert, wenn man gerade auf dem Weg ins Bett ist.

Wer noch etwas mehr Zeit hat, mag sich vielleicht folgenden Film bei Google Video ansehen:

„Ricarda Hinz – Die hasserfüllten Augen des Herrn Deschner“ (Part 1, Part 2)

Es kommen Kirchenkritiker und -Vertreter zu Wort. Einzeln Interviewt und schließlich so zusammengeschnitten, dass der Eindruck einer Diskussionsrunde in Echtzeit entsteht. Auch (oder gerade dann) sehenswert, wenn man sich bislang keine großen Gedanken über den Sinn und Unsinn von Christentum und Religion allgemein gemacht hat.

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