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Verfasst am 3. Dezember 2010, zur Kaffeezeit.
Microsoft untersucht für seine Suchmaschine derzeit die Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit OSM. So wurde bereits eine OSM-Ebene in die Bing-Weltkarte integriert – die man ohne Silverlight-Addon jedoch nicht betrachten kann.
Eine andere Sache – und die finde ich wirklich schön – hat sich aber gestern herausgestellt: Microsoft stellt OpenStreetMap seine Satelliten-Aufnahmen zur Verfügung.
Yahoo unterstützt OSM bereits seit Längerem auf die selbe Weise, doch existieren hochauflösende Satellitenfotos von bislang nur von größeren Städten (jedenfalls in Deutschland). Bing dagegen hat auch in ländlichen Gegenden eine sehr gute Abdeckung.
Seit Donnerstag habe ich nun schon einige Stunden ins Abzeichnen von Gebäudeumrissen, Wäldern, Gewässern, ungenauen Wegverläufen usw. investiert (JOSM kann das seit Version 3688 mit dem SlippyMap-Plugin).
Für meine Wohnregion ist mir dabei bisher Folgendes aufgefallen:
Für die Gegend hier stellt das Bing-Material die Chance für einen kleinen Quantensprung dar; zwar sind Straßen und Wege hier bereits sehr vollständig erfasst, doch viele Landmarken lassen sich jetzt viel einfacher in die Karte eintragen.
Ich bin gespannt, wie fleißig die OSM-Gemeinde in den kommenden Wochen und Monaten sein wird!
Außerdem:
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Verfasst am 15. Oktober 2010, zur Kaffeezeit.
Microsoft erklärt uns, warum OpenOffice.org in Unternehmen eine schlechte Wahl ist und warum MS Office viel besser weniger schlecht ist. Wer kein Silverlight hat, kann sich die Aussagen enttäuschter FOSS-Nutzer auch bei YouTube anhören.
Eigentlich möchte ich das Video gar nicht ernstnehmen, aber auf einige Kritikpunkte will ich doch kurz eingehen, weil man immer wieder von ihnen liest:
Es beginnt wie so häufig in Konflikt FOSS vs. proprietäre Software: Der Umstieg auf Freie Open-Source-Software kostet Zeit und Geld. Das scheint die Leute immer wieder zu überraschen. Wie lange hat es gedauert, alle deutschen Büros von Schreibmaschinen auf Computer umzustellen? Bei manchen Behörden möchte man meinen, dieser Prozess halte immer noch an. Und natürlich kosten Installationen, Wartung, Schulungen und Support Geld, wenn man sich im professionellen Rahmen bewegt.
Es scheint, als seien Migrationen auf FOSS in vielen Fällen kaum durchdacht und mit völlig weltfremden Vorstellungen verbunden. Ein passendes Praxisbeispiel hierfür ist auch das Scheitern der Umstellung auf Linux im schweizerischen Kanton Solothurn.
Die Unterstützung von Macros ist mangelhaft; die IT-Abteilung empfiehlt dem Mitarbeiter stattdessen MS Excel einzusetzen. Über die praktischen Einsatzmöglichkeiten von Makros in OOo weiß ich tatsächlich nicht viel, aber hier denke ich zunächst an zwei Dinge: Bequemer IT’ler und vor allem an Excel-Alptraum-Mappen, mit denen Unternehmer krampfhaft versuchen, um eine echte Datenbank-Lösung herumzukommen. Gerade letzteres scheint eine weit verbreitete Unsitte zu sein und eigentlich ist man nur froh (und gleichermaßen überrascht), dass das Excel-Konstrukt, das in den letzten 10 Jahren organisch gewachsen ist, immer noch irgendwie funktioniert – solang man nicht zu viel daran herumfummelt.
Arbeitskräfte sind im Umgang mit MS Office geschult und müssen die Bedienung von OOo neu lernen. Gut, da mag was dran sein. Dennoch: Mit Office 2007 hat Microsoft das Bedienkonzept seines Office-Pakets praktisch komplett verändert (Stichwort: Ribbons. Ich stelle mir folgendes Szenario vor: 50 Bürokräfte steigen um von MS Office 2003 auf MS Office 2007. Die anderen 50 wechseln auf OOo. Welche Hälfte muss länger geschult werden? Ich weiß es nicht und ich glaube nicht, dass es repräsentative Studien zu dem Thema gibt. So oder so: Dieses Argument hinkt.
Einen hab ich noch: Formatierungsprobleme, insbesondere beim Austausch mit Außenstehenden. Noch heißer ist die Kritik einer Lehrerin: Schüler, die Dateien mit OOo konvertiert haben, hatten Formatierungsprobleme, wodurch sich ihre Noten verschlechtert haben. Würde Microsoft sich wie OpenOffice.org konsequenter an international genormte, quelloffene Standards für Dateiformate (OpenDocument) halten, hätten die Jungs dieses Problem ganz von allein gelöst. Aber Microsoft ist in der Vergangenheit schließlich bereits oft genug an der Interoperabilität innerhalb eigener Programmversionen gescheitert.
Insgesamt ist dieses Video ein ziemlich Eigentor und die dutzendfach wiedergekäuten „Argumente“ sind nur noch ermüdend.
(via Linux und Ich)
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