andwil.de

ls -a /home/andwil

andwil.de/schlagwort

Artikel zum Thema xmpp

Gezeigt werden nur Blog-Artikel, die mit dem Schlagwort xmpp versehen sind. Wenn du alle Blog-Artikel lesen möchtest, wechsle direkt in die Sektion Blog.

Die 9001. Chance für Jabber

Verfasst am 18. Februar 2013, zur Kaffeezeit.

Auf Hirnfick 2.0 gab es jüngst einen Artikel, dessen Thema auch in meinem Bekanntenkreis wieder aktuell ist: „Jeder“ Smartphone-Besitzer installiert sich WhatsApp, ist glücklich und muss dann plötzlich zahlen – nach einem Jahr werden 0,99 USD fällig.

Was macht WhatsApp so attraktiv?

WhatsApp ist verführerisch bequem: Alles was man braucht, ist ein Smartphone, eine Telefonnummer und die App, die im ersten Jahr kostenlos ist. Neben jeder Menge bunter Smileys sind in erster Linie wohl folgende Punkte interessant:

  • kein Registrier-Prozedere
  • kein Passwort, das man sich merken muss
  • keine Login-Daten (wer meine Telefonnummer kennt, kann mich anschreiben)
  • meine Freunde haben’s auch
  • einfache Gruppen-Chats

Die Zielgruppe geht damit wohl ziemlich in Richtung DAU Casual User. Sicherheitslücken werden zugunsten des Komforts und der Popularität weitgehend ignoriert – und das obwohl die SMS dank Flatrate doch eigentlich auch keinen Kostenfaktor mehr darstellt.

Was sind die Alternativen?

Da wirds eng, denn mit Whatsapp ist es wie mit allen modernen Kommunikations-Plattformen – Identi.ca nützt mir nichts, wenn meine Freunde bei Twitter sind. Ein Telefon ist schön und gut, aber das Leben tobt auf Facebook. Dabei ist es egal, ob ein Dienst schöner, moderner oder sicherer ist – wichtig ist, dass man seine Leute erreicht.

Wer aus diesem Grund jegliche Gedanken an Privatsphäre über Bord geworfen hat, ist deshalb vielleicht längst bei Facebook. Hier bietet sich auf dem Smartphone der kleine Facebook Messenger an, denn der bietet quasi den selben Funktionsumfang wie WhatsApp. Aber wenn man sich die Berechtigungen durchliest: SMSen lesen und bearbeiten? Selbstständig Anrufe tätigen? Irgendwie doch nicht!

Was also tun? Die Rettung ist eigentlich längst da und heißt XMPP – früher: Jabber – und einige meiner Freunde erinnern sich vielleicht noch an meine Vorträge, als ich ihnen aus Gründen die Benutzung von ICQ ausreden wollte. Seitdem benutzen fast alle meine Freunde XMPP, fast jeden Tag. Sie nennen es aber nicht so. Buschfunk, Facebook-Chat und eben WhatsApp sind gängige „Synonyme“ (und meine Kontaktliste bei Pidgin ist deshalb nach wie vor recht leer).

Unter der Haube läuft bei all diesen Diensten XMPP. Wäre ja auch Blödsinn, einen Dienst zu erfinden, den es längt gibt. Einfach Server aufsetzen, eine verbuggte und unsichere App drüberlegen und auf geht’s. Wenn man damit noch Geld verdient, macht es doppelt Spaß.

Der XMPP-Unterbau hat aber auch für den Nutzer Vorteile: Man braucht bspw. nicht zwingend die Facebook-App um auf dem Handy bei FB zu chatten. Apps wie etwa Xabber ermöglichen Facebook-Chats über eine harmlose Chat-App.

Warum aber nicht einfach direkt XMPP benutzen? Das hat schließlich viele Vorteile. Das Dilemma liegt am Konzept des freien Chat-Protokolls. Es gibt nicht die XMPP-App, oder den XMPP-Server. Man muss sich selbst einen sympatischen Server aussuchen und auf dem Handy (oder Computer) eine passende Anwendung: Den Client. Absolute Freiheit also – und damit (angeblich) nur was für Nerds.

08/15-Endanwender brauchen offenbar Einschränkungen und klare Vorgaben. Man kennt dieses Problem – das eigentlich eine Stärke ist – von Linux: Es gibt für jeden denkbaren Zweck Distributionen. Wer einfach mal „dieses Linux“ ausprobieren, scheitert daran, dass es eben nicht „dieses Linux“ gibt. Aber es gibt dieses Windows und es gibt dieses Mac OS … und eben auch dieses WhatsApp.

Ich werde weiterhin meinen Freunden zu XMPP raten und bei Fragen und Einrichtung helfen. Nur glaube ich, dass die große Menge der WhatsApp-User in meinem Bekanntenkreis eben nicht auf einen „normalen“ XMPP-Server, sondern auf einem anderen Dienst – ob der nun hike heißt oder anders, ist ja nebensächlich – abwandern wird.

XMPP und gut?

Sollte man zumindest meinen! Auf dem Computer sowieso, da bin ich mit XMPP und Pidgin wunschlos glücklich. Ich kann sogar problemlos gleichzeitig mit Smartphone und Destkop-PC und Notebook bei XMPP online sein – macht das mal mit Whatsapp!

Doch auf dem Smartphone bin ich bei meinen Recherchen auf ein kleines Problem gestoßen. Apps wie das oben genannte Xabber müssen permanent laufen und eine Internetverbindung aufrecht erhalten, um Nachrichten jederzeit zu empfangen. Und das nagt am Akku!

Die Alternative nennt sich Push – da wird z.B. eine Chatnachricht aufs Handy geschoben, ohne dass eine lokale Software aktiv werden muss (z.B. benutzt imo diese Technologie). Und da liegt ein Problem:

Um Push-Nachrichten zu realisieren, muss sich der jeweilige Server mit deinen Daten beim XMPP-Server anmelden – dafür muss er deinen User-Namen und Passwort wissen. Genau deshalb bietet Xabber kein Push an.

Du hast die Wahl: Akkulaufzeit verringern oder deine Passwörter auf irgendwelchen Servern irgendwo auf der Welt speichern. Das ist eine Frage des Vertrauens – was würdest du mit den Login-Daten von tausenden Chattern tun?

Und nun?

Keine Ahnung, meine Recherche war recht ernüchternd. Facebook mit Xabber scheint eine praktikable Alternative zu sein, sieht man vom Datenhunger des sozialen Netzwerks ab. Wie stark sich der Strombedarf auf den Alltag auswirkt, werde ich die kommenden Tage mal genauer untersuchen.

Bis dahin läuft wie immer XMPP auf meinem PC und unterwegs bin ich per SMS und – noch – per WhatsApp erreichbar.

Schlagwörter: , , , , , ,

Außerdem: kommentieren | weitersagen

Pidgin: Facebook-Icons für Facebook-Kontakte

Verfasst am 23. Oktober 2011, zur Kaffeezeit.

Wie man mit Pidgin in den Facebook-Chat kommt, ist inzwischen bekannt (an dieser Stelle mal keine Diskussion über Für und Wider von Facebook). Leider kann man auf dem ersten Blick in der Buddy-List nicht erkennen, ob es sich bei einem Kontakt nun um einen Facebook- oder einen normalen XMPP-Account handelt; erst die Einblendung beim Mousehover offenbart es eindeutig:

[Bildschirmfoto] Facebook-XMPP-Kontakt

Vorher: Facebook-Kontakt mit „normalem“ XMPP-Icon

Möchte man über heikle Themen sprechen, ist Facebook vielleicht nicht die richtige Plattform. Da ist es von Vorteil, schnell das verwendete Protokoll zu erkennen. Als hilfreich erweist sich hier das freie Plugin pidgin-icon-override.

Damit lässt sich für jedes Pidgin-Konto ein eigenes Protokollbildchen definieren. Nützlich etwa für „geschäftliche“ Konten oder eben für XMPP-Dienste von Gmail, Facebook und anderen Riesen.

Installation und Benutzung

  1. Plugin herunterladen
  2. … und installieren:
    • Linux: die entsprechende .so-Datei in das Pidgin-Plugin-Verzeichnis kopieren. Je nach Installationspfad ist dies z.B. /usr/share/lib/pidgin – hier ist natürlich auf die verwendete Prozessorarchitektur (32/64Bit) zu achten.
    • Windows: icon_override_x.y.dll nach …\Programme\Pidgin\plugins\ kopieren
  3. Das Plugin (Protocol Icon Override) in Pidgin unter WerkzeugePlugins aktivieren
  4. Einstellungen für das Facebook-XMPP-Konto öffnen
    1. Auf den Reiter Erweitert klicken, in Protocol Icon das gewünschte Icon (ohne Dateiendung!) angeben
    2. Zur Auswahl stehen folgende Grafiken:
      • Linux: Alle Grafiken im Verzeichnis /usr/share/pixmaps/pidgin/protocols/16/
      • Windows: Alle Grafiken im Verzeichnis …\Programme\Pidgin\pixmaps\pidgin\protocols\16\
      • In diesem Beispiel lautet die Eingabe einfach „facebook“, siehe Screenshot unten
  5. Einstellungen speichern, fertig!

[Bildschirmfoto] Pidgin-Kontoeinstellungen

Mit installiertem Plugin lässt sich ein benutzerdefiniertes Icon (ohne Dateiendung) angeben

Auf diese Weise lassen sich in Zukunft die Facebook-Accounts schnell von gewöhnlichen Jabber-Accounts unterscheiden. Zugegebenermaßen ein wenig umständlich, aber so ist das bei inoffiziellen Pidgin-Plugins nunmal. Das Ergebnis ist auf jeden Fall in Ordnung:

[Bildschirmfoto] Pidgin mit Plugin: Facebook-Kontakt schnell erkennbar

Nachher: Facebook- und gewöhnliche XMPP-Accounts sind klar unterscheidbar.

Alternativen?

Klar, es geht auch anders. Das umfangreiche Plugin pidgin-facebookchat bietet neben einem fb-Bildchen noch einige weitere Zusatzfunktionen, die über den normalen Chat hinausgehen. Mir persönlich ist das alles aber ein bisschen zu viel, außerdem scheint das Ganze noch ein wenig instabil.

Schlagwörter: , , ,

Außerdem: kommentieren | weitersagen

Kontakt, Impressum, Datenschutz