Sweet Home 3D: Grundstücksplan als Hintergrund einbinden

1. Juli 2020 | #hausbau #hausbau-planung #sweethome3d

Dies ist ein Artikel einer kleinen Reihe zum freien und kostenlosen Raumplaner Sweet Home 3D. Diese Reihe wird sporadisch fortgesetzt – es gibt auch eine Übersicht aller hier bereits zu Sweet Home 3D erschienenen Artikel.

Wer mit einem engen Baufenster planen muss, will dies vielleicht früh in seinen Überlegungen berücksichtigen: Schließlich will man gerade in „effizient“ erschlossenen Neubaugebieten den zur Verfügung stehenden Platz bestmöglich nutzen.

Aber auch wer eine gebrauchte Immobilie erwirbt, kann sich das Leben einfacher machen: Mit einem maßstabsgetreu eingebundenen Scan des Wohnungsgrundrisses lassen sich Wände und Fenster ganz einfach nachzeichnen.

Der Ablauf bei diesen und anderen Wünschen ist immer derselbe:

  1. Hintergrundgrafik erzeugen/vorbereiten:

    • Mit diversen PDF-Viewern lassen sich Pläne schnell und simpel als Grafikdateien speichern. Hier im Einsatz: „Okular“ von KDE Plasma. Der Plan sollte in einem Grafikformat wie PNG oder JPG vorliegen. Wenn der Plan als PDF-Datei vorliegt, tut's natürlich auch ein eingermaßen hochaufgelöster Screenshot (im Bild rechts wird dieser beispielhaft mit Okular erstellt).

    • Beispielsweise mit GIMP lässt sich die Grafik dann drehen. Den Drehwinkel von 23° merken wir uns. Der Plan muss dann in einem Grafikprogramm so gedreht werden, dass das modellierte Haus rechtwinklig skizziert werden kann. Am besten den Drehwinkel direkt notieren (ggf. auf eine Ganzzahl runden).

  2. Im Hauptmenü von Sweet Home 3D dann den Dialog „Plan“ → „Hintergrundbild importieren“ öffnen:

    • im sich öffnenden Dialog die gedrehte Grafik wählen und auf „weiter“ klicken

    • Die dicke blaue Linie kann verschoben und in der Länge verändert werden. Sie wird anhand einer Kante mit bekannter Länge ausgerichtet. Schließlich wird die tatsächliche Länge im Textfeld darüber definiert. So weiß Sweet Home 3D, wie die Hintergrundgrafik skaliert werden muss. im nächsten Schritt wird skaliert: Die blaue Linie kann im Fenster gedreht und in der Größe verändert werden – am besten orientiert man sich an einer möglichst langen Kante, deren Länge bekannt ist. Anschließend wird noch im selben Schritt die Sollgröße angegeben; im Screenshot unten hab ich mich für eine 12,5 m lange Grundstückskante am rechten Rand entschieden.

    • Das Definieren des Kartennullpunkts scheint wenig praktische Auswirkungen zu haben. Ich wähle hier immer eine Ecke oben link.Zum Schluss wird der Nullpunkt gesetzt, an dem sich der Plan schließlich orientiert. Das hat anscheinend aber keine nennswerten Auswirkungen.

  3. Optional kann jetzt noch der Kompass angepasst werden, damit dieser wieder nach Norden weist. Das hilft bei der Planung von Sonnen- bzw. Wetterseiten und ermöglicht 3D-Renderings mit realistischem Sonnenstand:

    • Die Kompasseinstellungen sind optional. Sie helfen aber, den Sonnenstand in der Planung zu berücksichtigen und wirken sich direkt auf die Rendering-Ergebnisse aus, auf die in einem Folgeartikel noch eingegangen wird. In diesem Fall musste auf die 23° Drehwinkel noch ein Offset von 90° addiert werden, weil der zugrundeliegende Plan bereits im rechten Winkel gekippt war.im Hauptfenster auf „Plan“ → „Kompass bearbeiten“ gehen

    • im Feld „Richtung nach Norden“ wird nun der Winkel aus Schritt 1 eingetragen. Unten rechts gibt es auch eine kleine Vorschau, die beim Ausrichten hilft.

  4. Fertig! Jetzt kann munter geplant, skizziert und verworfen werden. Zur Illustration gibt's im Folgenden noch ein paar Screenshots. Viel Erfolg!

Fertig: Der Grundstücksplan taucht im Hintergrund der 2D-Ansicht auf und hilft beim Platzieren des Gebäudes innerhalb des vorgegebenen Baufensters.

(Artikelfoto von Sergey Zolkin auf Unsplash)